- Datum
- So, 04.10.2026
- Anstoß
- 14:00 Uhr
- Wettbewerb
- Sachsenpokal, 3. Runde
- Saison
- 2026/27
- Ort
- DEHoyerswerda
- Zuschauer
- 1.722
Spielbericht
Drei Ligen Unterschied, ein Sachsenpokalspiel und eine Begegnung, die deutlich mehr als nur sportlich interessant war. Mit Chemie Leipzig hatte der Hoyerswerdaer FC ein echtes Highlight zugelost bekommen. Die Partie bringt schließlich auch abseits des Platzes eine gewisse Brisanz mit sich und lockte entsprechend unterschiedliche Fanlager ins Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion. Für mich war es ein Revisit, denn zum zweiten Mal durfte ich hier einen Haken setzen.
Die Leipziger reisten mit dem Zug an und hätten rund 900 Karten bekommen können. Am Ende dürften es allerdings deutlich weniger Gästefans gewesen sein, geschätzt vielleicht 500. Trotzdem war auf beiden Seiten einiges geboten. Während sich der Gästeblock vor allem mit Support bemerkbar machte, wurde es auf Hoyerswerdaer Seite in der zweiten Halbzeit auch optisch interessant. Unter einer Blockfahne stieg schwarzer Rauch auf, was der Atmosphäre einen zusätzlichen Schub gab.
Auch ein Spruchband der Leipziger durfte nicht fehlen: „35 Jahre nach dem Pogrom in Hoyerswerda – Niemand ist vergessen, nichts wird vergeben.“ Damit erinnerten sie an die rassistischen Ausschreitungen von 1991, die untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden sind. Gerade bei dieser Begegnung war das eine Botschaft, die über das eigentliche Fußballspiel hinausging.
Auf dem Platz wurde Chemie seiner Favoritenrolle zwar gerecht, ganz so deutlich wie es der Klassenunterschied hätte vermuten lassen, fiel das Ergebnis aber nicht aus. Der HFC hielt ordentlich dagegen und erzielte beim 1:4 sogar einen eigenen Treffer. Für einen Landesklasse-Vertreter gegen einen Regionalligisten eine durchaus respektable Leistung.
Unterm Strich ein interessanter Pokalnachmittag in Hoyerswerda. Ein gut besuchter Ground, auf beiden Seiten etwas Bewegung auf den Rängen und eine Begegnung, bei der neben dem Fußball auch die Geschichte und das Umfeld der beiden Fanlager spürbar waren.